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Tag 02 bis 04

Reportagen > Radtourismus > Estland

Tag  02, 14.6.2012


Nach hervorragendem Frühstück in unserem City Hotel startete unser heutige Tour gegen 9.30 Uhr in Tallinn in Richtung Padise über Pidalski. Dabei nutzten wir den Radweg 1, immer entlang dem finnischen Meerbusen. Dabei ging unser Track auch entlang dem Speckgürtel von Tallinn. Wahnsinn was sich dort manche Eesten für Hütten hinstellen. Dabei waren alle Baustile vorhanden die man sich vorstellen kann, von Postmodern bis zum klassischen Villenstil. Vorsicht aber vor den Fahrgewohnheiten dieser Hausbesitzer. Es ist halt wie überall auf dieser Welt. Die Größe des PKW und dessen PS entscheidet über Vorfahrt oder nicht.
Weiter ging es den Radweg 1. Dieser ist zumindest in den Tallinn nahen Bereichen, wirklich beeindruckend. Durchgehend ca . 3m breit und fast überall beleuchtet. Davon können Dessauer Radler nur träumen, ich erinnere dabei nur an die Strecke nach Kochstedt.

Ab Rannamöisa war es dann jedoch mit dieser Herrlichkeit vorerst vorbei. Von nun an ging es auf einem ca. 80 cm breiten Radweg, abgetrennt von der Straße, weiter. Nebel verleidete uns leider den Ausblick an der Steilküste von Vänna Jöesuu. Entschädigt wurden wir jedoch später in der Nähe von Paldiski. Unser Navi führte uns auf einer unbefestigten Straße entlang des hiesigen Naturschutzgebietes. Dabei wurden wir des Öfteren durch geniale Ausblicke auf die Küstenflora mehr als entschädigt. So hatten wir auf der einen Seite blühende Wiesen zu bestaunen, während auf der anderen Seite das Auge mit Birkenwäldern erquickt wurde. An einem Abschnitt kurz vor Paldiski gelang es uns dann doch noch, ein Blick auf einen der wunderschönen Steilküstenabschnitte zu erhaschen. Dabei wurden unsere Sinne vom Sonne- Nebelspiel geradezu vernebelt. Paldiski erreichten wir dann über eine Schrebergartensiedlung. Es war uns allerdings unklar wer dort seinen Blumenkohl und Radieschen anbaut. Im eigentlichen Ort angekommen, wurde uns aber schnell klar wer die Eigentümer der Parzellen sind. Der Ort selber scheint mir nicht weiter erwähnenswert. Ein aufstrebender Industriestandort mit Hafenanbindung und Kasernen mit US GI`s?
Von Paldiski aus ging es weiter zu unserem heutigen Etappenziel - dem Pedase Waldhotel.

Dabei spürten wir zum ersten Mal die Einsamkeit hiesiger Landstraßen. Auf den letzten 30 km wurden wir nur noch selten von PKW oder LKW überholt. In Padise warfen wir schnell noch eine Blick auf die alte Klosteranlage, sowie dem daneben gelegenen Gutshaus. Gerne hätten wir dort etwas länger verweilt, aber Mücken animierten nicht gerade zum verweilen. Die letzten km bis zu unserer Unterkunft verlangten noch mal alle unsere Kräfte. Eine Straße mit Nehmerqualitäten verlangte uns wirklich alles ab.

Unser
Hotel ist ein 10 Jahre alter Neubau mit wirklich gepflegter Außenanlage und total nettem englischsprachigem Personal. Bis zur Ostsee sind es noch ca. 100 m. Die Wasserqualität werden wir gleich im Anschluss überprüfen.

Also bis die Tage.


gefahrene
Tageskilometer: 98 km
reine Fahrzeit : 6 h
tatsächliche Fahrzeit : 7,5 h

Tag 03, 15.6.2012

Heute gibt e s nicht viel zu erzählen. Es ging von Padise vald in das etwa 70 km entfernte Haapsalu. 59 km Straße. Auf dem Navi glich die Route wie eine mit dem Lineal gezogene Gerade. Wie ruhig es auf dieser Straße ist, belegt allein die Tatsache, das uns in dieser Zeit gerade mal 61 PKW, 12 LKW und zwei Motorräder entgegenkamen bzw. überholten.

Haapsalu ist ein kleines Provinzstädtchen, dafür aber wunderbar ruhig.
Unser Hotel ist diesmal das
Hermannmuse Maja. Klein aber fein. Es liegt direkt an der im Zentrum Haapsalu gelegenen alten Burganlage, welche mit EU-Fördermittel großzügig instandgesetzt wurde. Einfach sehenswert.

Gefahrene
Tageskilometer: ca. 70 km
reine Fahrzeit: 03:48 h
tatsächliche Fahrzeit: 05:00 h


Morgen geht es weiter zu den Inseln.

Tag 04, 16.6.2012

Meine Meinung über Haapsalu von gestern muss ich noch berichtigen. Ein abendlicher Spaziergang führte uns an die durchaus beachtliche Promenade. Viele alte Villen, zum Teil schon renoviert, zum Teil aber noch überholungsbedürftig, zeugen vom einstigen Glanz dieses Badeortes. Wirklich sehenswert. Die vielen Nobelkarossen und Bautätigkeiten zeugen davon, das hier in naher Zukunft viel passieren wird. In zehn Jahren wird man wohl nicht mehr so preiswert Übernachten können wie wir jetzt.
Auf der Fahrt zum Fährhafen von Röhukuma entdeckten wir noch das Eisenbahnmuseum von Haapsalu. Einige Waggons, einige Dampfloks, einige Dieselloks und viele Waggons die noch auf ihre Aufarbeitung warten. Unter den Dampfloks dann doch noch die Überraschung des Tages, eine deutsche Maschine der Baureihe 52. Experten kennen sich aus.
Mit der Fähre ging es bei strahlendem Sonnenschein weiter nach Hijumaa. Die erste der drei großen Inseln im Süden Estlands. Die Überfahrt dauerte ca. 90 min. Die Kosten lagen dabei mit 6,80 € für zwei Personen und Fahrräder mehr als günstig. Auf Hijumaa angekommen ging es sofort in unser Hotel, um unser Gepäck los zu werden und im Anschluss die Insel und deren Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Nur Sehenswürdigkeiten gibt es nicht allzu viele. Interessant war lediglich eine aktive Wollspinnerei. Dort wird mit Maschinen aus dem Jahr 1920 gearbeitet. Da Schlägt das Herz eines jeden Mechanikers sofort höher. Ein kleiner Abstecher führte uns noch in den Ort
Kassari.

Dort kehrten wir eine gemütliche Schenke ein, wirklich toll gemacht. Auch hier war allerdings nicht viel los. Auf die Frage an die Wirtin, warum,bekamen wir die Antwort: Sie wisse selber nicht was los ist, vielleicht hängt es mit der kommenden Mitsommernacht zusammen.
Im Anschluss an meinen Bericht werde ich wohl mit meiner Cl. wohl ein Bierchen verreißen. Leute, das estnische Bier wirklich grandios . Habe bisher zwei Brauereien getestet.
Einmal Bier von
Le Coq, zum anderen SAKU.

   

Liebe deutsche Biertrinker, glaubt mir, dagegen ist das Gesöff einiger deutscher Brauereien wirklich nur wie Pi..e !                                                 
Morgen heißt es wirklich zeitig aufstehen. Um die erste Fähre zur Insel Saaremaa zu erreichen, müssen wir schon 6.00 Uhr aufstehen. Wettertechnisch sieht es auch nicht gerade rosig aus. Ich glaube unsere Regensachen werden wohl wirklich mal getestet Wir werden berichten...


gefahrene
Tageskilometer: 48 km + 22 km Fähre
gefahrene Zeit : 02 : 51
tatsächliche Zeit : 06 : 00 ,incl. Fähre

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