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2011

Reportagen > Mountainbiking > Mosigkau

7. Mountainbike – Rennen Mosigkau 2011

oder: man war ich blauäugig?? !!

Nach 15 jähriger Abstinenz vom Mountainbikesport beschloss ich am diesjährigen Rennen teilzunehmen. Eine Strecke von ca. 20 km sollte eigentlich kein Problem sein.
2600 Trainingskilometer mit dem Rennrad stehen ja auch schon zu buche und 50 km auf meinem Hardtail ( Eigenaufbau, Titanrahmen, Suntour Raidon-Gabel, Magura HS 11, XT 27 Gang ) machten Lust auf mehr.
Eine Stunde vor Starterfolgte, die Anmeldung. Streckenkenntnis wozu ? Schnell waren auch einige Mitfahrer gesichtet, die man schon ganz klar abhängen würde.
Start gegen 14:30 Uhr.

Erste Runde

Schon hier merkte ich, worauf ich mich eingelassen habe. Ein Startpuls von c. 160, verdammte Kacke, was soll denn das werden.
Die jüngeren Mitbewerber waren natürlich schon weg, also hinterher. Es waren dann ja noch die, die man ganz klar abhängen würde.
Bis jetzt war ja auch alles nach meinem Geschmack. Alles ebene und befestigte Waldwege.
Nach ca. 1,5 km erfolgte jedoch die erste Überraschung, stand doch plötzlich ein Anstieg von ca. 57m auf ca. 70m vor mir, alles kein Problem, fleißig geschalten, gerne auch schon mal diagonal mit den entsprechenden Folgen- Kettenklemmer an der Kurbelgarnitur.
Runter vom Rad und erst mal die Kette wieder auflegen.
Rauf aufs Rad – Mist, das gleiche noch mal, wieder runter, und was schleift denn da noch? Ach ja, der Kettenstrebenschutz.
Klar dass ich jetzt schon letzter war. Also Erwartungen weiter runter schrauben.
Endlich auch mal dem Puls runter bekommen. Nach dem letzten Anstieg, von ca. 65m auf 78m lag er bei ca. 170. Na wenigstens da ein neuer persönlicher Rekord!
Auf dem Rückweg der ersten Runde zu Start und Ziel endlich mal wieder Zuversicht. Da ist noch einer vor dir, also wenigstens nicht letzter….

Zweite Runde

Plan „nicht Letzter“ läuft noch. Gleicher Ablauf wie in der ersten Runde. Diesmal aber ohne Defekte. Puls geht langsam runter, ist aber immer noch zu hoch. Die Steigungen werden nur noch gegangen, auch um den Startern vom Hauptfeld nicht im Weg zu stehen. Überrundet wurde man natürlich von den Führenden auch schon. Man sind die schnell unterwegs.

Dritte Runde

Noch immer läuft der Plan nicht Letzter! Der letzte Verfolger kommt aber schon ganz schön näher. Jetzt glaube ich sogar schon seinen Atem im Nacken zu verspüren. Wieder diese verfluchten kurzen Steigungen. Mann, der Körper will doch auch schon nicht mehr so richtig.
Das war´s, der letzte vermeintliche ach so leichte Gegner hängt dich auch noch ab. Noch zwei, dreimal Platz für die Jugend gemacht.., verdammt werden die den nie langsamer ?

Es geht also nur noch ums ankommen. Auf einmal weicht der Druck vom Körper. Es wird wieder alles einfacher. Ach, sieh mal da - der Puls liegt auch nur noch bei 129. Plötzlich hat man wieder Augen und Ohren für die Umgebung, noch mal ein kurzer Scherz mit dem Mädels und Jungen von der Strecke. Der Veranstaltungssprecher versucht dich mit seinen Worten noch mal anzutreiben
Geschafft, toll - einfach geschafft !!!!
Das Bike liebevoll abgestellt und ran an das Glasbiergeschäft, ein 0,5 Radler bestellt und endlich diesen Durst gestillt. Schon nach wenigen Minuten bewegt sich der Puls wieder im Normalbereich - wenigstens das klappt! Natürlich kommen die Teilnehmer des Hauptrennens auch schon ins Ziel. Die 40 km in 1:30 h, beachtliche Leistung, Durchschnittsgeschwindigkeit um 27 km/h, das würde mancher gerne auf der Strasse fahren.
Wer hat gewonnen? Ach ja, Mosigkaus Seriensieger, Harry Kühnelt vom Dessauer Triathlon Verein.
Zweiter? Auch kein Unbekannter, Carsten Bombach, bis vor zwei Jahren noch Lizenzfahrer im Strassenradsport.

Glückwunsch den Gewinnern!

Gerne hätte ich auch noch weitere Platzierungen namentlich gewürdigt, kann aber leider keine Info aus dem Netz ziehen!

Fazit:

Das Mosigkauer Mountainbikerennen ist ein kleiner aber feiner Event mit Familiencharakter. Wer hier blauäeugig ein 0815 – Rennen vermutet wird schnell eines besseren belehrt.
Die Streckeausschilderung gibt manchmal Rätsel auf, aber auch hier gibt es ja die Möglichkeit der Streckenbesichtigung.
Zum Schluss noch ein Tipp an die Veranstalter. Stellt doch bitte ruhig die Ergebnisse ins Netz, macht einfach einen professionellen Eindruck. Schließlich soll das Mosigkauer Mountainbikerennen in seiner 8. Auflage noch ein paar Teilnehmer mehr an den Start rufen, und das hättet Ihr Euch einfach verdient

Ach ja, es sollen wohl auch ein paar Starter ausgestiegen sein, also doch nicht ganz Letzter und schon stimmt das Ego wieder…..!

H. Kühnl

Mai, 2011


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